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Zum Ortsnamen

Der Ortsname Soboth kommt von dem slawischen Wort "pot" (slawisch potòk) heißt soviel wie Bach oder Fluß. Dieser Name bezieht sich jedoch auf die ganze Gegend und man übersetzt demzufolge besser "Ort der tiefen, steilen Bäche".Durch die geomorphologischen Vorgänge, haben sich die Feistritz und der Krumbach in das kristalline Grundgebirge stark eingeschnitten. Diese starke Zerschneidung bewirktedie tiefen, schmalsohligen Kerbtäler der Feistritz und des Krumbaches. Aus dieser eindeutigen, geomorphologischen Situation erscheint die Namenserklärung "Ort der tiefen, steilen Bäche" gerechtfertigt.

Die Besitznahme und Entwicklung der Bergpfarre St. Jakob

Die erste urkundliche Erwähnung im Raum Soboth ist im Jahre 1311 mit dem Gegendnamen "in der Zambit" gegeben. Diese Gegend "in der Zambit", "die Zambit" (1441), "zu der Zobodin" (1459) oder auch nur "Zanbicht" liegt nahe der Kärntner Grenze in der heutigen Obersoboth. Laaken findet im Jahre 1498 seine erste urkundliche Erwähnung als "in der Lakhen" im Urbar der Herrschaft Schwanberg.Vom Drautal herauf, vor allem vom Mahrenberg, jedoch auch aus der Gegend um das östlich gelegene Eibiswald sind wahrscheinlich schon am Ende des ersten Jahrtausends die Roder aufgestiegen, um für ihre Herrschaften in mühseliger Arbeit Siedlungsflächen zu schaffen.

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Die Kirche St. Jakob (1.065 m) wurde erst im Jahre 1615 erwähnt. Sie dürfte jedoch vermutlich schon früher bestanden haben. 1637 brannte sie durch einen Blitzschlag bis auf das Gemäuer ab. Durch die Mahrenberger Pfarrherren (die Gemeinden Soboth und Laaken gehörten zum Gerichtsbezirk Mahrenberg sowie zur Bezirkshauptmannschaft Windisch-Graz) wurde sie in den Jahren 1645 bis 1653 wieder aufgebaut.

Außer der Lokalienkirche St. Jakob gibt es noch die Filialkirche St. Leonhard, die in einer Höhe von 1155 m nahe an der Kärntner Grenze liegt. Bereits seit 1622 wurde die zuerst an ihrer Stelle errichtete Kapelle von Pilgern aufgesucht. Das Wallfahrtsmotiv stellte die Abwehr von Viehseuchen dar. Demnach ist der Hl. Leonhard der Patron des Weideviehs, das für den Raum Soboth schon immer eine lebensnotwendige Rolle spielte. Beide Kirchen, St. Jakob und St. Leonhard, zeigen im äußeren Erscheinungsbild eine große Ähnlichkeit.

 

Die dritte im äußersten SW direkt an der slowenischen Staatsgrenze liegende St. Urban-Kirche (1.330 m) wird deshalb genannt, da sich von dieser Kirche die Einwohner von Soboth im Jahre 1920 durch die Abstimmung zu Österreich bekannten. In der letzten Maiwoche 1977 brannte dieses Kirchlein infolge eines Blitzschlages ab.
Mit der Wiedererrichtung der Kirche wurde im Jahre 1990 begonnen. Die Arbeiten wurden im Jahr 1991 auf Grund der Unruhen im ehemaligen Jugoslawien unterbrochen. Die fertiggestellte Kirche wurde im Juli 1992 durch Bischof Franz Kramberger aus Maribor eingeweiht. Über das Jahr finden 3 Messen (Mai, Juli und Oktober) bei der Urbanikirche statt.

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Die Glaserzeugung

Die Gräfin von Künburg errichtete nach 1728 die ältere Glashütte in der Soboth, die auch nach ihr "Künburger Hütte" genannt wurde. Diese Glashütte befand sich südlich des Zigeunerkogels und östlich der Dreieckalm. Bereits 1733 bildete die "Künburger Hütte" durch bessere Glasmacher und bessere Planung eine harte Konkurrenz für die Hütte in Glashütten. 1764 wurde sie aufgelassen, da Asche und Brennholz fehlten.

1795 erhielt der Glasmachergeselle Georg Voith von der Herrschaft Gleinstätten die Genehmigung, die "Künburgische Hütte" wieder zu eröffnen. Er errichtete die Spiegelglashütte auf der Realität Urbarnummer 44 1/2 im Amt Soboth, die östlich vom 1687 gegründeten Ort St. Vinzenz zu finden ist. Diese Glashütten entstanden deshalb in diesem Gebiet, da hier alles Nötige zur Glasherstellung außer Soda vorlag. In erster Linie suchten die Glasmeister bei der Errichtung einer Hütte die Nähe der kieselsäurehältigen Gesteine, die am Rand der Koralpe sehr häufig sind. Im Raume Soboth befindet sich eine Reihe kleiner Injektionsglimmerschieferbrüche, wo Glashütten gesichert sind. Außerdem lieferten die großen Waldgebiete in der Soboth genügend Holz, um Pottasche zu gewinnen. Wasser, das für die Glaserzeugung notwendig ist, war auch reichlich vorhanden.

Heute findet man noch auf der Glashauswiese Reste von alten Glasöfen. Diese Spiegelglashütte war vollkommen eingerichtet; sie hatte einen Pottaschenkalzinierofen, einen Streckofen und einen Spiegelglasofen, dazu noch einen Schock-, Kühl-, Holz- und einen Trockenofen. Außerdem gab es bei der Hütte noch eine Hafenstube, eine Zurichtkammer und zwei Zuschneidkammern.

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Die Einstellung dieses beachtlichen Hüttenbetriebes wurde 1804 durch das Grubernium verfügt, da der Holzmangel bei gewissen benachbarten Eisenwerken sehr beachtlich war. 1808 erhielt Thomas Voith durch ein kaiserliches Dekret das Recht, wieder Glas zu erzeugen. Nach dem Tod von Thomas Voith (1824) ging es mit der Glashütte durch mehrmaligen Besitzerwechsel bergab, sodaß sie 1858 für immer aufgelassen wurde. Derzeit wird durch ein überregionales Projekt das Thema der Waldglaserzeugung wieder aufgegriffen, und so durch das Projekt Koralm-Kristall-Trail dieses alte Kulturgut wieder ins Leben gerufen.

Die Zeit der Grenzkämpfe

Für die Grenzgemeinde Soboth brachte das Ende des Ersten Weltkrieges bittere Ereignisse, denn sie wurde von jugoslawischen Truppen besetzt und dabei geplündert und geplagt. Damals ging durch die Abstimmung im Bergkirchlein St. Urban (Julisonntag 1920), wo sich die Sobother zu Österreich bekannten, ihr naturgegebenes Hinterland - das Drautal - verloren. Für die Bergbauern aus dem Grenzgebiet (Soboth, Laaken, Rothwein und St. Lorenzen) stellte das Drautal die einzige wirtschaftliche Verbindung dar. Dorthin lieferten sie ihr Holz und ihr Vieh, dort deckten die Bergbauern ihren geringen Bedarf.

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Endgültig zu Österreich kam die Soboth erst am 20. Oktober 1920, als die SHS auf Grund des Friedensvertrages von St. Germain (10. September 1919) die besetzten Gebiete in Kärnten und in der Steiermark räumen mußten. Mit dieser Grenzziehung war die Soboth einem harten, wirtschaftlichen Existenzkampf ausgesetzt, da im Jahre 1920 überhaupt keine Verkehrswege nach Eibiswald bestanden.

Vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1944) besetzten jugoslawische Partisanen den 1925 erbauten Gendarmerieposten von Soboth. Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte eine längere Besetzung durch sieben einander ablösende Brigaden. 54 Birkenkreuze vor dem Kriegerdenkmal Soboth-Ort erinnern an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

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Die Südsteirische Grenzstraße

In den Jahren 1931 bis 1937 schuf die Bevölkerung von Soboth den Güterweg Krumbach-St. Jakob (vorher gab es nur Saumwege); womit die Soboth an die Verbindung nach Eibiswald angeschlossen war. In den folgenden Jahren wurde diese Straße immer weiter fortgesetzt und erreichte über Obersoboth (vulgo Skutnig) die steirische Landesgrenze und Lavamünd in Kärnten. Damit war die Verbindung zwischen der Südsteiermark und Südkärnten hergestellt.

Im Jahre 1954 wurde der Straßenzug Eibiswald - steirische Landesgrenze dem öffentlichen Verkehr übergeben und zur Landesstraße erhoben. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Landesstraße (Holz-, Milchtransport, Fremdenverkehr) wurde immer größer, sodaß der Bund die Sobotherstraße (B 77) übernahm. Die kurvenreiche Makadamfahrbahn entsprach den Anforderungen als Bundesstraße nicht, sodaß durch einen Neuausbau die Straße um rund 7 km gekürzt werden konnte. Der im Jahre 1974 fertiggestellte Neuausbau im steirischen Gebiet fügt sich trotz gewaltiger Erdbaumaßnahmen und drei kühner Brückenbauten (Krumbach-, Gaschitzbach- und Höllgrabenbrücke) gut in die Landschaft ein und erschließt damit einen wichtigen Teil des Steirischen Grenzlandes. Der gesamte Straßenzug (24,535 km) wird als "Südsteirische Grenzstraße" (B 69) geführt und kostete S 198,880.000,--. Der gesamte Brückenausbau kostete S 32,550.000,--.

Der Ausbau dieser "Südweststeirischen Grenzstraße" ermöglichte den in ihrer Nähe liegenden Bergbauern eine gute Marktabsatzfähigkeit (Milch, Holz etc.). Außerdem kam es zu einer Förderung des Fremdenverkehrs ("Urlaub am Bauernhof"), der auf die Einkommensverhältnisse der Bergbauern einen günstigen Einfluß ausübt.

Im Dezember 1987 war der offizielle Arbeitsbeginn für das Kraftwerk Koralpe. Im Frühjahr 1988 wurde mit dem Bau des Krafthauses begonnen, sowie mit dem Damm und der Beileitung Krumbach. Durch rasch voranschreitenden Arbeiten wurde das Kraftwerk Mitte Dezember 1990 fertiggestellt. Mitte Juli 1993 wurden schließlich die letzten Restarbeiten abgeschlossen. Im Jahr 1994 wurde der gemeindeeigene Betrieb See-Cafe Soboth eröffnet, und seitdem auch sehr viel in die Infrastruktur um den Stauseebereich investiert. Besucherzahlen bestätigen den touristischen Erfolg des Stausees.

Volksschule Soboth

Die Volksschule wurde erbaut im Jahr 1926. Die Schülerzahl betrug zu diesem Zeitpunkt 60 Schüler mit zweiklassigem Unterricht. Der Unterricht wurde bis zum Schuljahr 1952/53 ausschließlich zweiklassig durchgeführt, jedoch wurde er im Schuljahr 1952/53 um eine Klasse aufgestockt, weil eine Schülerzahl von 110 verzeichnet werden konnte. Bis zur Kriegszeit betrug die Schülerzahl durchschnittl. 80-90 Schüler und in den letzten 30 Jahren 25-35 Schüler. Im Jahr 1988 ist das Schulgebäude, das unter Denkmalschutz steht abgebrannt. Durch den Schaden der am Gebäude entstanden ist und in Folge die Aufbauarbeiten wurde der Unterricht in den Jahren 1988/89 in den Mehrzweckraum der Gemeinde Soboth verlegt, bis schließlich im Jahre 1989 das neu errichtete Schulhaus wieder eingeweiht werden konnte. Direktor der Volksschule Soboth ist seit 1973 Johann Stiegler.

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