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© Heimo Strasser


Haus Nr.86  (alt 8)    “Beim Schwarzhafner”, “Leitgeb”, “Spökmoser”

Das ebenerdige Bürgerhaus wurde nie aufgestockt und die Fassade blieb von einschneidenden Veränderungen bei jeder Sanierung veschont, sodaß es heute zur kulturgeschichtlich wertvollen Bausubstanz des Marktes zählt.

Joseph Lorenz Hintinger dürfte der erste uns bekannte Besitzer gewesen sein. Er erwarb das Haus von der Witwe Rosina Össich. Er war Schreiber bei der Herrschaft gewesen, kaufte sich 1723 hier an und heiratete schließlich beim “Kirchenwirt” ein. Seine Tochter Maria Anna reichte 1759 dem Schneidermeister Johann Pechtl aus Sulzbach im Bayrischen Wald die Hand.  Mit der Mitgift wurde sicher das Haus erworben, das auf 415 fl geschätzt wurde. Nach dem Tode Pechtls 1793 erbte sein Sohn Anton Pechtl. Obwohl er ein uneheliches Kind mit einer Dienstmagd hatte, heiratete er im gleichen Jahr Anna Stroblin, eine Schlossermeisterstochter aus dem Markt Landsberg. Die Trauung fand bezeichnenderweise in der Kirche “auf der Wies” statt. Haus, Schneidergerechtigkeit, Hausgarten, zwei Äcker, zwei “Hölzer” und der Gemeinanteil wurden damals auf 900 fl geschätzt.

Ihre Tochter Anna Maria heiratete 1820 Joseph Tirik, einen Kürschnermeister in Hohenmauthen. 1814 kaufte das Haus durch Meistbot Anton Fauland. Er hatte das Gewerbe der Hafnerei im Hause Nr.48 betrieben, aber 1813 Konstantia Loibner, die Tochter des Eisenhändlers Matthias Loibner im Hause Nr.83, geheiratet. Nun war er in der Lage, Haus Nr.86 zu erwerben. Die Gerechtsame der Schwarzhafnerei wurden vom Haus Nr.48 auf dieses Haus übertragen und im Hause statt geschneidert nun getöpfert. 1832 erwarb Caspar Scheibelsteiner das Haus von der Witwe Konstantia. Dieser Mann war Abrichter in der Sensenfabrik und hatte einige Zeit eine Gastwirtschaft beim “Gittinger”, Haus Nr.10 geführt. Nun kaufte er sich hier an und machte aus der Hafnerei eine Gastwirtschaft. 1882 kauften Josef und Apollonia Ahsl das Haus, 1886 folgten auf sie Josef und Maria Zirngast, 1909 Georg und Maria Schreiner und im selben Jahr Michael Meßner. Sie alle betrieben die Gastwirtschaft weiter und bald sprach man vom “Gasthaus Meßner”.

Die erste Tochter des Ehepaares Meßner, Theresia, heiratete Fritz Leitgeb, einen Schmied aus Hohenmauthen, der sich als Fiaker betätigte. Seine Dienste wurden bei den meisten Eibiswalder Hochzeiten in Anspruch genommen. Das Ehepaar hatte zwei Töchter: Friederike, die Lehrerin in Leibnitz wurde und Irmgard, welche das Gasthaus übernahm und sich mit Josef Spökmoser vermählte, der gleichfalls aus dem Drautal stammte. Herr Spökmoser war während des Krieges Werkstättenleiter in Graz gewesen, sein Vater Thomas Spökmoser übte danach in Eibiswald in der ersten Werkstätte des Ing.Koch die gleiche Funktion aus. Von 1964 bis 1976 war Josef Spökmoser hier Gastwirt, seit 1976  wird das Gasthaus "Zum Spöki” vom Sohn Helmut und seiner Frau Maria Luise geführt.

 

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