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© Heimo Strasser

 

Haus Nr.81  (alt 71)   “Altes Werksspital”, “Muralterhaus”

Dieses Haus war von jeher mit großem Grundbesitz und zahlreichen Nebengebäuden versehen. Erster uns bekannter Besitzer war Johann Walter, der Verwalter des Landgerichtes der Herrschaft Eibiswald. Seine Frau hieß Maria Anna. Dann scheint Maria Haager auf und schließlich Johann Feigl. Feigl kam aus Graz und verfügte über beträchtliche Mittel. 1786 verkaufte er Haus Nr.4 um 3650 Gulden an den Lebzelter Reicher. Feigl wurde 1803 Syndikus und Ratsmann und 1805 sogar Marktrichter. In diesem Jahre verstarb er im Alter von 68 Jahren. Nach seinem Tode ging der Besitz durch verschiedene Hände, unter anderen wird ein Herr Wißthaler genannt.

1870 kaufte Carl Maria Faber, der Besitzer des Eisen- und Stahlwerkes, das Anwesen und richtete hier ein Werkspital ein, worauf eine noch heute bestehende Gedenktafel hinweist. Faber ließ die Nordseite im gleichen Stil gestalten, wie das Direktionshaus des Eibiswalder Stahlwerkes. 1882 übernahm die Österreichische Alpine Montangesellschaft das Spital, die es in ein Wohnhaus für Werksbeamte umwandelte. Ein Park wurde angelegt, ein Lusthaus aufgestellt. 1905 erwarb Alois Mayr den Besitz, der ihn 1906 an Robert und Barbara Johann weitergab. Johann, ein gelernter Bildhauer und Tischlermeister, war von 1910 bis 1920 Bürgermeister von Eibiswald. 1928 starb er.

Danach entwickelte sich das stattliche Haus immer mehr zu einem Miethaus. Mieter waren zum Beispiel der Notar Dr.Hermann Beer und der Tischlermeister Gottfried Zangl, der im Nebengebäude seine Werkstätte betrieb. Gegen Ende der 30er Jahre wohnte im ersten Stock der 1945 verstorbene Oberlandesgerichtsrat Dr.Josef Hauptvogl.

Auch Baumeister Jud hatte im Hofgebäude sein “Büro” und einen Teil seines Lagers, ein zweites Lager unterhielt er im Hof des “Pongratzhauses”, heute Roppin. Gastwirt Simperl erinnert sich noch lebhaft an ihn: “Er war ein Überlebenskünstler. Obwohl die Zeiten für das Baugewerbe katastrophal waren, schien er immer Aufträge zu haben. Die Ausstattung seiner Baufirma war so primitiv, daß man heute darüber lachen würde. Wenn er sein Material an eine Baustelle schaffen mußte, machte er das meist selbst mithilfe seines alten Handkarrens, und wenn er einen ganzen Tag dazu brauchte. Nur wenn er seine schweren Pfosten führen mußte, lieh er sich von irgendwem ein Ochsengespann aus.”

1933 wurde der Besitz zwischen Muralter, Paschinger und Dr. Kaiser geteilt. Durch Käufe und Verkäufe wechselten die Eigentumsanteile immer wieder.

 

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