Telefon: +43 3466 / 45400 E-Mail: gde@eibiswald.gv.at Downloadbereich

kontakt

Eibiswald_75.jpg

© Heimo Strasser

 

 

Haus Nr.75   (alt 65)    “Windischtischler”, “Pongratzhaus”, “Krampl”

Um 1680 wohnte hier der Hafnermeister Hans Schmölzer, der 1688 als Witwer Elisabeth Eder heiratete. Nach seinem Tode 1706 folgte auf ihn sein Stiefsohn Johann Georg Eder. Von ihm übernahmen 1716  Michael und Katharina Eder. Michael Eder, er wurde 1716 Bürger, war gleichfalls Hafnermeister und starb 1742. Seine Tochter Maria Eder heiratete Joseph Salßnegg (Selaßnig, Salößnigg, Salsnig), einen Tischler aus Mahrenberg, der das Haus übernahm. Ohne Zweifel geht der Vulgoname “Windischtischler” auf Joseph Salßnegg zurück. Doch  bedeutete dies keinerlei Diskriminierung, denn Salßnegg wurde sogar in den Rat gewählt. Seine zweite Frau war  Clara Regarin. Von seinen Kindern sind uns zwei Töchter bekannt: Tochter Anna heiratete den Schustermeister Sebastian Prandstätter in Köflach, Tochter Maria hingegen Johann Jöbstl, der dann Werkstatt und Haus übernahm.

Der Besitz wurde damals auf 740 fl geschätzt. 1830 übernahm der gleichnamige Sohn Johann, der 1831 die Bauerntochter Anna Garber heimführte. Johann Jöbstl junior führte das Tischlergewerbe weiter, das Anwesen wurde damals einfach “zum Tischler” genannt. In der dritten Generation folgte Franz Jöbstl, der eine Josefa Weinmann heiratete. 1882 folgten Johann und Juliana Gruber. Gruber war “Kleidermacher” und hatte Juliana Lampl aus Vorau geehelicht. 1918 kaufte Ernst Pongratz die Liegenschaft. Pongratz war Schustermeister. Die Schusterei war nach der Hafnerei und der Tischlerei das dritte Gewerbe, das in diesem Hause ausgeübt wurde.

Im Hinterhaus arbeitete zu dieser Zeit als Mieter der Buchbinder Pöltl, der auch stets einige Bücher zum Kauf anbot. So soll es damals üblich gewesen sein, den Firmlingen eine kleine Bibel mit Goldschnitt aus der Werkstätte Pöltl zu schenken. 1954 kauften der Schustermeister Johann Krampl d.Ä. vom Hof “Holzhansl” in Feisternitz und seine Frau Maria das Pongratzhaus. Schon wenige Jahre später konnte der Betrieb drei Gesellen und drei Lehrlinge beschäftigen. 1972 wurde das Haus aufgestockt, und 1979 ging das Haus an Johann Krampl d.J. und seine Gattin Josefine über.

 

Copyright by Lerchhaus Verlag Eibiswald