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© Adi Allesch

 

Haus Nr.73    (alt 63)     “Macherschuster”, “Bernhard Hani”, “Rath”

Das erste Haus auf der “Schattseite” des Hauptplatzes ziert das Bild des unteren Markttores, das sich einst hier befunden hat. Der erste uns bekannte Besitzer war der Leinenweber Georg Neuholt, der 1688 in die Bürgerschaft aufgenommen wurde. Er starb 1700. Auf ihn folgte Philipp Frantz, der Maria, die Witwe Neuholts, ehelichte. Frantz, “Schuhmacher außer dem unteren  Tor”, erhielt 1701 das Bürgerrecht und verstarb 1732. In zweiter Ehe war er mit Frau Katharina König aus der Altenmarter Pfarre verheiratet. Dann gibt es eine Lücke in der Reihe der Besitzer. 1761 kaufte der Schustermeister Johann Lippisch die Brandstatt vom Gericht um 130 fl. Gegen 100 fl nahm er es auf sich, den alten Meister Siegmund Maritsch zu verköstigen. Auch dies war in jener Zeit eine Möglichkeit, den Kaufpreis aufzubringen. Doch das Glück scheint ihm nicht hold gewesen zu sein, denn es kam zur Versteigerung, bei der Matthias Macher, ein lediger Schuhknecht, 1784 das Haus um 400 fl erwarb. Macher konnte sich nicht halten und mußte schon 1788 weiterverkaufen. Obwohl er nur wenige Jahre in diesem Hause sein Handwerk ausgeübt hatte, bekam das Haus den Vulgonamen “Macherschuster”. 

Auf ihn folgte Jacob Mörth. Er heiratete Maria Anderle, eine Bäckerstochter aus St. Florian, die bald die “alte Macherschusterin” genannt wurde. Sie muß einen Verwandten in die Ehe mitgebracht haben, denn nach dem Tod von Jacob Mörth übernahm Simon Anderle von seiner Ziehmutter Maria die Realität. Der Schustermeister Simon Anderle heiratete 1832 Elisabeth Ehmann, gleichfalls eine Ziehtochter. 1861 übernahmen Ignaz und Anna Anderle, eine geborene Plenck. Auch gab es einen Bruder des Simon,  Johann Anderle, der gleichfalls Schustermeister war und 1869 Maria Bretterklieber aus Vochera heimführte.

Johann Anderle kaufte 1905 das Haus Nr.31. Das Haus Nr.73 kam an Konrad und Johanna Bernhard, denen 1909 Bernhard junior folgte. 1943 wurde Francesco Bernart, ein verwandter italienischer Priester und Domherr von Savona, Besitzer. Er kam nur selten nach Eibiswald und vermietete das Haus. Die westseitig gelegenen Räume waren an Frisör Stenke vermietet, während sich auf der Ostseite die Wohnung des praktischen Arztes Dr.Erwin Leyrer befand.

1958 kauften Johann und Margarethe Rath das Haus. Johann Rath d.Ä. war ein Schneidermeister aus Groß Klein, der sich schon 1940 mit dem Kauf des Hauses Nr.98 in Eibiswald angesiedelt hatte. 1974 erfolgte die Übergabe an den Sohn Johann Rath, der hier ein Konfektionsgeschäft einrichtete.

 

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