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© Adi Allesch

 

 

Haus Nr.61   (alt 52)      “Altkieslinger”, “Moserwirt”, “Weinpresse”

Dieses Weberhaus gehört zu den ältesten des Marktes Eibiswald. 1657 wurde es von Georg und Agnes Lippitsch gekauft. 1663 starb hier Andre Lippitsch, “gewester Bürger und Leinenweber”. Später werden uns ein Adam und ein Hans Lippitsch genannt. 1706 heiratete der Leinenweber Andreas Stary eine Anna Maria Lippitsch, wohl die Witwe seines Vorgängers. Die zweite Frau Starys hieß Maria Kumpitsch und stand im Dienst bei der Herrschaft. Stary starb 1750, als Erbe hatte er seinen Sohn Martin Stary eingesetzt, der Anna Maria Hofer ehelichte. Das Haus wurde damals auf 230 fl geschätzt. Neben Martin Stary arbeitete auch noch sein Bruder in diesem Haus und in Leibnitz gab es eine Weberfamilie Stary, die mit den Eibiswalder Starys eng verwandt war. Wir haben es daher mit einer weitverzweigten Familie zu tun, die an mehreren Orten  ihr Handwerk ausübte.

Nach dem Tod von Martin Stary führte die Witwe Anna das Gewerbe weiter. In dieser Zeit hatte sich schon der Vulgoname “Annerlweber” eingebürgert. 1788 übergab sie ihrem Sohn Lorenz Stary, der wiederum eine Anna, geborene Pibermann und Hutmacherstochter aus Schwanberg, heiratete. Lorenz Stary war Webermeister und “Gastgeb”. Seine zweite Frau wurde 1803 die Bauerntochter Anna Pratter. Lorenz Stary muß im Markt Ansehen besessen haben, denn seit 1801 war er “Kämmerer” oder Finanzreferent der Marktgemeinde Eibiswald und 1803 wurde er zum Marktrichter gewählt, aber er lehnte die Wahl ab. Das war außergewöhnlich, da Leinenweber sonst zu den ärmeren Bürgern zählten. Ob die Heirat mit der Hutmacherstochter seine finanzielle Basis gestärkt hat? Lorenz starb 1835, aber schon 1832 hatte er seinem Sohn Anton übergeben. Dieser ehelichte wiederum eine Anna, geborene Saurer aus Stammeregg. Über die folgenden Jahre gibt das Grundbuch nur ungenaue Auskunft. Jedenfalls eröffnete hier im Jahre 1850 Joseph Kieslinger ein Verkaufsgewölbe und das Haus wurde bald “Beim Marketender” oder “Altkieslinger” genannt. Kieslinger und seine Famlie übersiedelten aber bald in das Haus Nr.57.

1877 kauften Egidius und Theresia Moser das Haus, 1897 Rudolf und Theresia Partl. Bei beiden Familien diente das Haus als Gasthaus und hieß von nun an “Moserwirt”. Der Sohn Rudolf Partl, ein hervorragender Bariton des MGV, kam 1925 bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Maria Partl verkaufte 1927 an August und Johanna Fürpaß. 1938 übernahm der Sohn August Fürpaß, der aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zurückkehren sollte. 1980 übernahm Anna Wolf, eine geborene Fürpaß, die als “singende Wirtin” bekannt wurde, Haus und Gastgewerbe.

 

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