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© Adi Allesch

 

Haus Nr.58       ”Sabathy”, ”Strelec”,, ”Kriebernegg”

Auch dieses Haus gehörte zur Pfarrgült und war von Anfang an Gasthaus. Es begann mit Johann Leitl, einem Fleischhauer und Gastwirt um das Jahr 1676. Auf ihn folgte Rupert Föst, der eine Sophie geheiratet hatte und aus Mahrenberg stammte. Sein Sohn Joseph Anton Föst wurde schon ”Gastgeb bei der Kirchen” genannt. Er heiratete in erster Ehe Maria Anna Walter, die Witwe des Johann Andreas Walter, und in zweiter Ehe Maria Josepha Zwirlin aus Köflach. Auf Joseph Anton Föst, der 1761 starb, folgte der Schulmeister Johann Sabathy. Sabathy war Lehrgehilfe in Eibiswald gewesen und dann  Schulmeister geworden. Er ehelichte Maria Anna Neuwirth, eine Gastwirtstochter.

Kein Wunder, daß er die Gastwirtschaft nach 1788, nachdem er die Schulmeisterei aufgegeben hatte, weiterführte. 1811 übernahm sein Sohn Ernst Sabathy Haus und Gastwirtschaft und heiratete im selben Jahr Josepha Hubmann. Auch hier kam Geld zum Geld. Der Besitz wurde damals auf 2500 fl geschätzt. Die Tochter Josepha heiratete Johann Brauchart, der nach dem Tode Ernst Sabathys 1831 das Gasthaus weiterführte. Als Brauchart im Alter von 43 Jahren das Zeitliche segnete, ehelichte seine Witwe noch im gleichen Jahr den Nagelschmied Leopold Zuzumbest. 1879 übergaben Leopold und Josepha Zuzumbest an Alois und Maria Brauchart.

Alois Brauchart war der Sohn aus der ersten Ehe, Maria war eine geborene Pratter. Alois Brauchart war Bäckermeister und betrieb daneben das Gasthaus. 1901 kaufte Brauchart, der offensichtlich zu Wohlstand gelangt war, das Philipphaus Nr.40. Somit gehörten diese beiden Häuser für einige Jahrzehnte zusammen. Die Familie Brauchart übersiedelte danach in das Philipphaus, die Räume im Haus Nr.58 wurden von ihm und seinem Sohn und Nachfolger Alois Brauchart junior vermietet und als Cafehaus und Konditorei genutzt. Im Jahr 1923 richtete die Konsumgenossenschaft hier eine Filiale ein, die sich jedoch nur etwa acht Jahre lang behaupten konnte. Es wurde sogar die Vermutung geäußert, daß die national gesinnte Bürgerschaft den Stützpunkt der Sozialdemokraten in ihrem Ort nicht duldete und das Geschäft boykottierte. Der Lagerhalter Johann Wieser eröffnete bald nach der Schließung der Filiale ein Gemischtwarengeschäft im Haus Nr.35. 1931 scheinen Anton und Anna Strelec als Besitzer des Sabathy-Hauses auf, 1952 Theresia Lais und 1966 Johann Kriebernegg. Auch unter den Besitzern Strelec war das Parterre mit der Backstube verpachtet, und zwar an die Bäckermeister Spielhofer, Freitag und ab 1936 an Tekautz Max, der vorher eine Bäckerei in Wies gehabt hatte. Die Bäckerei der Familie Tekautz bestand bis 1998. Im westseitigen Teil des Erdgeschoßes führte Herr Johann Kriebernegg ein Elektrogeschäft von 1973 bis 1989.

 

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