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Haus Nr.54 (alt 44)      ”Garberkeusche”

Das Haus Nr.54 ist nach der Schusterfamilie Garber benannt. Durch seine Bauweise und seine im Jugendstil gestalteten Wohnzimmerfenster hebt es sich von allen bisher besprochenen Häusern ab.

Als erster namhafter Besitzer ist uns Jakob Eder überliefert, von dem wohl der erste Hausname ”Jaklschuster” stammt. Er kaufte 1700 das Haus von Merth Steinwender um 210 fl. Sein Vater war der Schustermeister Jakob Eder, der es 1677 bis zum Marktrichter brachte. Der Sohn mußte aber das Elternhaus verlassen, da seine Mutter sich als Witwe wiederverheiratete. Immerhin muß auch Jakob Eder junior über einen guten Ruf verfügt haben, denn 1721 ehelichte er als Witwer die Jungfrau Maria Theresia Walter, die Tochter des Schulmeisters Johann Andreas Walter. 1740 ist Meister Eder im Alter von 66 Jahren gestorben.

Seine Witwe Theresia heiratete zwei Jahre später den Schuhmachermeister Philipp Löscher. Dieser war mehrmals verheiratet, in zweiter Ehe mit der Jungfrau Barbara Painsi und in dritter Ehe mit einer Frau namens Gertraud. Diese ehelichte, zur Witwe geworden, zunächst den Schuhmachermeister Johann Holl, der 1797 starb und die Witwe Gertraud mit sieben Kindern verließ. Im Verlaßprotokoll heißt es, es seien hier ”mehr Schulden als das Haus wert” sei. So darf es niemand wundern, daß Frau Gertraud nochmals heiratete, diesmal den Schuster Georg Garber aus Etzendorf bei Wies, der selbst Witwer war. Auch diesen Ehemann sollte sie überleben, die erst 1826 im Alter von 65 Jahren verstarb. Von der Mutter Gertraud übernahm 1819 der Sohn Anton Garber. Der Vater Georg Garber muß rechtschaffen gewirtschaftet haben, denn der Wert des Anwesens wurde nun auf 1100 fl geschätzt. Anton ehelichte 1820 die um sechs Jahre ältere Maria Kleindienst. 1862 übergab der Witwer Anton Garber an seinen Sohn Franz Garber. Der Schätzwert betrug damals bereits 2200 fl.

Franz Garber war in erster Ehe mit Katharina Franziska Mangold verheiratet, in zweiter Ehe mit Elisabeth Fritz aus Hörmsdorf. 1904 ist die Witwe Elisabeth als Besitzerin eingetragen. Mit ihr ging die Abfolge der Schusterfamilie Garber, die 108 Jahre umspannte, zu Ende. 1905 kauften Matthias Pühringer, 1906 Franz und Emilie Kieslinger das Haus. 1932 sind vier aus der Familie Kieslinger als Erben vermerkt, 1933 übernahm es Eugenie Kieslinger. Ihr Gatte, der DI Franz Kieslinger, ließ die Keusche abtragen und einen Neubau im Jugendstil errichten. 1953 übernahmen Dr.Alois und Eugenie Kieslinger.

 

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