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© Adi Allesch

 

Haus Nr.5 (alt 5, 14)  “An der Landstraße gelegen”, “Kärntnerwirt”

Auch dieses Haus war ursprünglich ein Schusterhaus. 1723 wird uns Jakob Maritsch als weiterer Schuster “außer dem oberen Tor” genannt. 1736 starb er im Alter von 77 Jahren. Seine Witwe Maria übergab das Haus noch im gleichen Jahr ihrer Tochter Anna Maria, die 1737 den Schuster Jakob Freytag heiratete, der aus der Schwanberger Pfarre stammte. Anna Maria überlebte ihren Mann und  heiratete 1772 den Schuhmachermeister Johann Georg Kogler. Haus und Gründe wurden damals auf 500 fl geschätzt. Kogler, bürgerlicher Schuhmachermeister, starb schon 1782 im Alter von 30 Jahren. Seine Witwe heiratete nochmals, diesmal keinen Meister, sondern den Bauernsohn Joseph Zmuck, der im Schloß bedienstet war.

1787 kaufte Johannes Rainer das Haus, der eine Barbara Roßman heiratete. Als er 1790 mit 60 Jahren starb, ehelichte die Witwe noch im gleichen Jahre den Schuster Joseph Fritz. In den Händen seiner Familie sollte das Haus nun 90 Jahre bleiben. 1827 übernahm Joseph Fritz d.J. von seinen Eltern. Er nahm 1831 Johanna Ruprecht zur Frau. Fritz muß gut gewirtschaftet haben, denn der Schätzwert  betrug nun 1700 Gulden. 1862 übergab er an seinen Sohn Franz, der 1863 Theresia Paar zur Frau nahm. 1870 verkauften diese an Johann Ennsbrunner, der aber das Haus schon ein Jahr später an Johann Kleindienst weitergab. 1891 erwarben das Haus der Tischlermeister Franz Jöbstl und seine Frau Josefa, denen 1898 Franz Jöbstl folgte. 

Nun wechselte das Haus rasch seine Bestimmung. Johann und Albine Aufhauser, die es 1899 erwarben, betrieben einen Kaffeeschank und eine Limonadenerzeugung.  Seit 1905  führte Albine Aufhauser den Betrieb, 1921 übergab sie an Johann Aufhauser. Was müssen das für gemächliche Zeiten gewesen sein, als die Limonaden noch auf einem von Ziegenböcken geführten Leiterwagerl ausgeführt wurden. Erst 1928 wurden Roß und Wagen eingesetzt. Cäcilia Melchiori, die ab 1933 Miterbin war, führte den Betrieb fort und erweiterte ihn während des Zweiten Weltkrieges zum Gasthaus “Kärntnerwirt”. Ihr Mann Karl stammte aus Kärnten, daher der Name “Kärntnerwirt”. In Inseraten nannte er sich Karl Ritter von Melchiori in Erinnerung an adelige Vorfahren. Das Ehepaar Melchiori hatte aber schon seit den 20er Jahren in Eibiswald gelebt, denn sie waren Pächter der “berüchtigten” ehemaligen Werkskantine des Stahlwerkes in Aichberg gewesen, die in ihrer Zeit den Namen “Bruckenwirt” erhielt.

1954 wurde das Gasthaus Kärntnerwirt an Franziska Magg, einer Melchiori-Tochter übergeben, 1971 wurde es von Ferdinand und Susanne Doning gekauft. Herr Doning stammt vom gleichnamigen Bauernhof in Aibl.

 

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