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© Adi Allesch

 

Haus Nr. 46:   ”Strametz”

Die Geschichte dieses Hauses beginnt mit einer Schlosserei. 1694 kaufte Wenzel Spacierer das Haus vom Magistrat um die geringe Summe von 45 fl. Vorher hatte hier ein Matthias Schober gewohnt. Spacierer, Bürger und Schlossermeister, hatte die Bürgersochter Catharina geheiratet, die im blühenden Alter von 19 Jahren im Kindbett verstarb. Seine zweite Frau Maria Groß heiratete nach seinem Tode den Schlossermeister Joseph Gast. Gast erwarb das Bürgerrecht, wurde aber 1738 zu einer Strafe verdonnert. Seine Tochter Maria Anna ehelichte 1752 den Schlossergesellen Simon Gritsch (Grütsch) aus Tirol. Der Besitz wurde damals auf 300 fl geschätzt.

Die Tochter Magdalena Gritsch arbeitete als Magd bei Bürgern und Bauern. Sie wurde des Diebstahls überführt und in das Zuchthaus nach Graz gebracht. 1782 übernahm ihr Sohn Johann Michael Gritsch. Was er erhielt, war war allerdings nur eine Brandruine. J.M.Gritsch heiratete die ”Jungfrau” Katharina Fuxhofer. Als Schlossermeister scheint er sich bewährt zu haben. 1823, ein Jahr vor seinem Tod, übergab er das Haus seinem Sohn Anton Gritsch. Der Schätzwert betrug damals 360 fl. Anton ehelichte Barbara Krauth, eine Webermeisterstochter aus Graz. 1849 übernahm den Besitz nun bereits in der vierten Generation Franz Gritsch, gleichfalls Schlossermeister. Der Besitz wurde bereits auf 1080 fl geschätzt.

Das Haus befand sich an einer exponierten Stelle: Dort mündete die Arnfelser Straße in den Markt ein. Die Familie Gritsch war somit beauftragt, an Markttagen die Maut von den Händlern aus dieser Richtung zu kassieren.

Franz Gritsch heiratete 1852 Maria Anna Karoline Schindler. 1867 verkaufte das Ehepaar Gritsch ihr Eigentum an den Bürger und Fleischermeister Alois Stelzer um 1483 fl. 1872 verkaufte Stelzer das Haus an Wilhelm Kleindienst weiter. Dieser war Tischlermeister und im Eisenwerk beschäftigt. 1876 ist von einem unehelichen Kind mit der Hebamme Maria Theißl die Rede, die aber 1878 nach dem Tode seiner ersten Frau von ihm geheiratet wurde. 1879 kam es zur Aufteilung auf sieben Erben. 1883 wurde das Haus an Elisabeth Gosch verkauft und 1907 an Johanna Wogner.

1912 zogen Nikolaus und Rosina Strametz ein. Er war Fotograf, sie führte einen Tee- und Caffeeschank und bewährte sich sogar bei der Herstellung von Zahnersatz aus Porzellan. Sie hatte diese Kunst bei einem Zahnarzt in Rumänien erlernt, wo sie als junges Mädchen – wir würden heute sagen, als Ordinationshilfe -  gedient hatte. 1936 folgten der Sohn Ewald Strametz d.Ä. und seine Frau Aloisia. 1974 übernahm Rosemarie Maurer, eine Tochter des Herrn Strametz, den Hausbesitz.

 

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