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© Adi Allesch

 

Haus Nr.4 (alt 10)  “Schuster außer dem oberen Tor”, “Dr.Hagen”

 Wie der alte Hausname besagt, war das Haus lange Zeit, nämlich durch fünf Generationen, ein Schusterhaus gewesen. Nach dem Haus – also noch vor dem heutigen “Kärntnerwirt” – lag der große Viehplatz, der von der Straße bis zum einstigen Schloßteich reichte. Beim großen Viehmarkt am Elisabethtag wurden bis zu 300 Rinder aufgetrieben. An Eisengeländern und Obstbäumen angebunden, warteten sie geduldig, bis sie gekauft oder wieder heimgetrieben wurden. Von diesem Haus nahm die Familie Mitznegg, auch Müznig geschrieben, ihren Ausgang. 1723 starb der Schuhmachermeister Matthias Mitznegg in diesem Hause. Seine Witwe Anna heiratete noch im selben Jahre den Schuster Vinzenz Pinter. 1744 übernahm den Besitz von diesen der Sohn aus der ersten Ehe, Johann Georg Mitznegg. Dieser war ebenfalls Schuhmachermeister, betrieb aber daneben das Gewerbe eines “Eisengschmeidlers” oder Eisenhändlers und brachte es zu Wohlstand. 1771 hatte er als Gschmeidler schon einen Zins von 20 Gulden zu entrichten. 1755 hatte er Regina Plank geehelicht und seine Tochter Elisabeth zog 1782 mit ihrem Bräutigam Matthias Loibner aus der “Vorstadt” in das Haus Nr.83 im Markt.

Das Haus wurde in diesem Jahre um 400 fl an den Schuhmachermeister Matthias  Ebenberger verkauft, dessen  Familie es bis 1867 besaß. 1856 werden uns Franz und Anna Ebenberger als Besitzer genannt, der Vulgoname lautete damls “Stinglschuster”. 1867 verkaufte Elisabeth Ebenberger das Haus an Andreas Bernhard, der als Bürger, Hausbesitzer und Postillion in den Akten aufscheint. 1872 heiratete dieser Frau Maria Heu. 1916 besaßen Rupert Bernhard d.Ä. und Josefa Bernhard das Haus. Rupert Bernhard war, wie sein Vater, Postfuhrmann, aber auch Leichenbestatter. Er starb 1928. Sein Sohn Rupert d.J., ein gelernter Elektriker, hatte schon vorher das Frächtergewerbe übernommen. Auf sein Steckenpferd, elektrisch betriebenes Spielzeug herzustellen, werden wir noch bei der Beschreibung des Hauses Nr.34 zurückkommen.

1937 folgen als neue Besitzer des Hauses Nr.4 die Eheleute Ferdinand und Christine Aldrian. Frau Aldrian war eine Tochter des Hofes “Maritsch” in Aibl. Herr Aldrian, Fleischermeister, baute hier seine Schlachtbank auf. 1951 wurde das Haus an Johann Ferdinand und Emma Bretterklieber übergeben. Fleischhauermeister Bretterklieber stammte aus St.Stefan bei Stainz und hatte die Aldrian-Tochter Emma geheiratet. Vorher hatte er einen Fleischerbetrieb in St.Martin i.S. geführt.

1981 kam  es infolge Erbschaft an Ferdinand Bretterklieber junior. 1987 gelangte die Grazer Ärztin Dr.Barbara Hagen in die Südweststeiermark und richtete hier eine Ordinaton ein, nachdem ihr Gatte und sie das Haus von Daniel Bretterklieber über das Vormundschaftsgericht gekauft hatten.

 

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