Telefon: +43 3466 / 45400 E-Mail: gde@eibiswald.gv.at Downloadbereich

kontakt

Eibiswald_39.jpg

© Adi Allesch

 

 

Haus Nr.39 (alt 41, 77)       ”Kirchentischler”, ”Gensinger”, ”Hasewend”

Auch dieses Haus war einst Besitz der Kirche. 1732 gehörte es dem Tischlermeister Philipp Höller, der ”Kirchentischler” genannt wurde. 1733 heiratete er Barbara Puchinger, eine Tochter aus der Bäckerfamilie Puchinger. Auf ihn folgte sein Sohn Jacob Höller, ”Rücksasse des Pfarrhofes”, wie man damals sagte. Er heiratete 1790 Josefa Härtl, eine Riemertochter aus Mahrenberg. Wie eng die Verbindung zum Drautal war, belegt die Hochzeit der Tochter Agnes, die 1821 einen Riemermeister zu Hohenmauten heiratete. Jakob Höller starb 1800 und seine Witwe ehelichte den Tischlergesellen Georg Kriutz, der 48 Jahre zählte und daher bald der ”alte Kirchentischler” genannt wurde. 1829 übergab er seinem Sohn Anton Kriutz, der 1832 Magdalena Wagner ehelichte. 1845 kaufte das Gebäude Constantia Regina Hofmann, die einen unehelichen Sohn besaß. Dieser namens Anton Prattes übernahm es 1851. Der Tischlermeister Prattes heiratete 1865 Agnes Krenn, die im Schloß im Dienst stand.

1856 kaufte sich Alois Stelzer an und mit ihm erhielt das Haus eine völlig neue Bestimmung. Aus dem Kirchentischler wurde der Kirchenwirt. Stelzer war Fleischhauer und Gastwirt, und wird uns von Kloepfer lebensnah geschildert. 1880 starb Stelzer im Alter von 50 Jahren. Seine Einsegnung nahm der Benefiziant Franz Stelzer vor. Die Tochter Stelzers aus seiner zweiten Ehe, Rosa, heiratete 1882 Heinrich Gensinger, der den Betrieb weiterführte. 1914 folgte die Witwe Rosa und 1921 übernahmen Josef und Theresia Gensinger, die vorher Postbeamte gewesen waren, den Besitz. 1917 wurde  hier das erste Kino in Eibiswald eröffnet.

Der Gasthof war schon zur Zeit der Monarchie sehr bekannt, unter anderen fanden hier der ”Knechtball” und der Ball der Vordersdorfer Glasmacher statt. Da strömten von überall her die Gäste, sodaß man auch die Privatzimmer ausräumen mußte, bis ihnen beinahe das ganze Haus zur Verfügung stand.

Die Ehe des Gastwirtepaares Gensinger blieb leider kinderlos und so verkauften sie 1959 an Friedrich und Sieglinde Hasewend von Osterwitz, bzw. Freiland, die somit Gastwirtschaft, Fleischerei und Kino zugleich übernahmen.

 

Copyright by Lerchhaus Verlag Eibiswald