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© Heimo Strasser

 

Haus Nr.36   (alt 74 )        ”Kloepferhaus”

1760 kaufte dieses Haus Peter Pongrätz von Johann Koinegg um 3000 fl.  Nach dem Tode von Pongrätz 1783 übernahm Joseph Pongrätz, der die Tochter Barbara heiratete. Die Häuser mit den Nummern 35 und 36 befanden sich kurze Zeit in einer Hand. 1824 übernahm der gleichnamige Sohn, der die Hafnerei betrieb. 1828  folgten Josef und Maria Wölger, 1833 übernahm von Wölger Josef Hafner und 1861 die Witwe Anna Hafner.

1862 kaufte von der Witwe Hafner der aus Giengen an der Brenz eingewanderte Wundarzt Johann Klöpfer die Brandruine und den Grund um 6000 fl. In der Folgezeit verkaufte Klöpfer, der Vater des berühmten Dichters Hans Kloepfer, einige Grundstücke, unter anderen auch an den Schlosser Pabstmann. 1867 kam in diesem Hause der Dichter und Arzt Dr.Hans Kloepfer auf die Welt.

Herrn Klöpfers Ordination lag im Osttrakt des Erdgeschoßes. Der überwiegende Teil seiner Patienten rekrutierte sich aus Arbeitern des Stahlwerkes und der Kohlengruben in der heutigen Gemeinde Pitschgau, bzw. deren Familienangehörigen. 1907 folgte nach seinem Tod die Tochter Katharina Kloepfer als Hausherrin. Die Ordination hatte Dr. Heinrich Adanitsch gemietet, der 1924 verstarb.

Katharina Kloepfer hielt sich in ihren letzten Lebensjahren nur wenig hier auf, die meiste Zeit verbrachte sie bei ihrer Schwester Mitzi Feyertag in Kirchbach. Nach dem Tode von Katharina Kloepfer 1954 kam es zu einer Teilung des Besitzes zwischen Hans Feyertag, Dr. Thomas und Dr. Hans Kloepfer.

Ab 1933 bewohnte Familie Stenke, die ein Jahr zuvor aus Kaindorf bei Leibnitz eingewandert war, einen Teil des ersten Stocks. Otto Stenke dürfte eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein, weil er bald nach seiner Ankunft in Eibiswald gebeten wurde, die verwaiste Obmannstelle für die Ortsgruppe des Kriegsopferverbandes zu übernehmen. Frau Maria Stenke betrieb im Haus Nr.73, heute Rath, ein Friseurgeschäft.

Bis 1953 existierte im einstigen Ordinationszimmer sogar eine Raika-Filiale, bis 1970 bewohnte das Ehepaar Kürbisch die hinteren Räume, wie später auch das Ehepaar Kaschmann. Auch das Ehepaar Josef und Veronika Kremser von der ”Wolfmühle” wohnte kurze Zeit darin. Frau Kürbisch, nach ihr die Frauen Kremser,  Josefa Kaschmann und schließlich Frau Maria Weber betreuten jeweils das Museum.

1958 erwarb der Eibiswalder Kultur- und Wirtschaftsförderungsverein das Haus, nachdem schon vier Jahre vorher RR.Othmar Kreuzwirth begonnen hatte, das Erdgeschoß zum Kloepfer- und Heimatmuseum” umzugestalten. Heute ist das ganze Haus als Museum genutzt.

Der sogenannte Kloepfergrund im Nordosten des Marktes wurde in den 60er Jahren an Häuslbauer abgegeben. Zu den ersten Siedlern zählte das Lehrerehepaar Hans und Isabella Wippel, die seit den 50er Jahren zu den hervorragenden Kulturschaffenden des Marktes zählten. Die kulturellen Leistungen des im Jahre 1990 verstorbenen OSR.Hans Wippel sind dermaßen reichhaltig, daß man ihn – wie Jahrzehnte zuvor Fritz Fuchs - als ”Grenzlandvater” bezeichnen könnte. (Wippel war von 1954-73 HS-Direktor, zwanzig Jahre lang Kultur-Gemeinderat, viele Jahre hindurch im Vorstand der Sparkasse, Obmann des MGV und der Ortsgruppe des Alpenvereins und Leiter des katholischen Bildungswerkes.) Ein Schwager des Herrn Wippel, der verdiente Chronist des Marktes OAR.Rudolf Schneebacher d.Ä., baute sich sein Haus auf dem anliegenden Grundstück.

 

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