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© Adi Allesch

 

Haus Nr.32  (alt 35)    “Windischschneider”, “Schantl”

Der erste uns überlieferte Besitzer war der Schneidermeister Michael Schwaiger, der 1683 starb. Das Gewerbe führte die Witwe Ursula weiter. Die Tochter Elisabeth ehelichte 1693 Jakob Burghauser, einen Schneider, der auch als “Sockenmacher” aufscheint. 1703 klagte Maria Schwaiger Burghauser um das Erbteil, da sie nach Wien gehen wollte. Sie blieb aber im Markt und verstarb 1712 als “alte Bürgersjungfrau”. Als nächster Besitzer scheint Gregor Seleßnegg (Salnög, Saließnegg) auf, der 1730 die Jungfrau Gertrud Lipusch, eine Schneidertochter, heiratete. Einer der Nachkommen Burghausers, Johann Georg Burghauser, übernahm 1767. Der Vulgoname lautete damals “Windischschneider” und bezieht sich wohl auf Seleßnegg. Burghauser gelang eine glänzende Partie, er heiratete Anna Maria Traunsteiner, die eine Mitgift von 300 fl mitbrachte. Aber die Verhältnisse gestalteten sich nicht glücklich und die verzweifelte Anna Maria übersiedelte nach Graz. Das war zu dieser Zeit noch eine aufregende Angelegenheit. 1805 kam es zu dem schon bei Haus Nr.31 erwähnten Tausch. Der Priester Stary, übrigens ein Eibiswalder, verkaufte das Haus sofort an Paul und Constantia Hofmann.

Hofmann war ein Sattler aus Mähren, der im Markt auch eine Riemergerechtigkeit erwarb. Er hatte die Schusterstochter Constantia Pierbacher aus Eibiswald geheiratet. Als Hofmann 1815 starb, waren seine beiden Söhne noch zu jung, um dem Vater im Gewerbe nachfolgen zu können. Die Witwe heiratete 1817 den Sattler Karl Hartner. Erst 1839 übernahm der Sohn Alois Hofmann. Nach seinem Tode 1857 heiratete die Witwe Juliana Alois Ehrgott. Seine zweite Frau wurde dann Maria Pratter. Bald danach übersiedelte er in das Nachbarhaus. 1876 kam es zu “Exekutionsfeilbietung”. Bestbieter waren Franz und Maria Lienhart, die ein Gasthaus in Bachholz besaßen. Ihre Tochter Maria heiratete den aus Ungarn stammenden Werksbeamten Josef Ötves, die zweite Tochter Juliana ehelichte Franz Wippel, einen Schweinehändler aus St. Florian. 1893 übernahmen Franz und Juliana Wippel.

1906 folgten die Hutmacher Josef und Maria Rohrbacher, die dieses Gewerbe staunenswerter Weise bis 1927 ausübten. Einige Jahre lang gehörte nun das Haus dem Bäckermeister Kober aus Pölfing-Brunn. 1937 kaufte sich der aus Hörmsdorf stammende Herren- und Damenschneider Fritz Schantl hier an. Nach dem Ableben des Schneidermeisters war Frau Romana Bernhard mit einem Geschäft für Glaswaren und Geschirr hier Mieterin. Seit 1979 ist Karl Lierzer, ein Uhrmacher, Besitzer.

 

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