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© Heimo Strasser

 

Haus Nr.21 (alt 24)   ”Stanglhafner”, “Schilcher”

Dieses Haus ist erst vor einigen Jahren völlig neu aufgebaut worden. Seine Geschichte läßt sich besonders lange zurückverfolgen. Lange Zeit war es ein Hafnerhaus. Als erste Besitzer werden Daniel und Ursula Schmölzer genannt. Daniel starb 1648; sein Sohn Georg, Hafnermeister wie sein Vater, brachte es 1675 zum Ratsbürger. Er hatte zwei Söhne, dennoch ging das Haus nach seinem Tode 1696 auf Peter Rainbacher über, der 1697 die bürgerliche Bäckerstochter Glangger ehelichte. Geld schien bei dieser Hausübernahme eine große Rolle gespielt zu haben. Auf Peter Rainbacher folgte sein Sohn Franz, der eine Frau namens Maria Anna heimführte, die durch die sehr unterschiedliche Schreibung ihres Mädchennamnes auffällt: Prihorin, Peyhorin, Pucherin. Auf Franz Rainbacher, der 1758 starb, folgte sein Sohn Anton. Damit war das Haus in der dritten Generation im Besitze der Hafnerfamilie Rainbacher. Anton heiratete 1759 Catharina Theisinger aus Reichenfels in Kärnten, die beim Amtsverwalter in Landsberg im Dienst stand.

Anton Rainbacher und seine Frau waren gut situiert, sie erwarben 1775 auch das Haus Nr.18. Nach dem Tod von Anton Rainbacher heiratete die Witwe nochmals und zog in das Haus Nr.18. Die Tochter Anna Rainbacher wurde 1796 mit dem Hutmacher Primus Mirnög verheiratet. Von Anna Mirnög kauften 1797 Anton und Maria Stangl das Haus um 1261 Gulden. Stangl kam aus Köflach und war gleichfalls Hafner. In zweiter Ehe heiratete er  Maria, eine Bauerntochter aus St.Veit bei Graz. 1804 tauschte Stangl mit Matthias und Maria Wutscher das Haus und zahlte Wutscher noch eine Aufzahlung von 830 fl. Obwohl Stangl nur 8 Jahre hier das Hafnerhandwerk ausgeübt hatte, hieß es später ”vulgo Stanglhafner”. Matthias Wutscher hatte als Hafnergeselle die Hafnermeisterstochter Maria Schipl geheiratet und war auf diese Weise Meister geworden.

1822 übergab er seinem Sohne Anton, der im gleichen Jahre Cäcilia Löscher freite. Wutscher hatte eine Tochter, die den ”Sollicitator” Johann Scholay aus Mähren heiratete und einen gleichnamigen Sohn gebar, der 1854 Haus und Werkstatt übernahm. 1856 heiratete dieser Elisabeth Plenk. 1899 übernahm Johann Wutscher als Vertreter der vierten Generation dieser Familie den Besitz. Er ließ das Haus aufstocken, mußte aber, als die Hafnerei keinen goldenen Boden mehr besaß, bald danach verkaufen. 124 Jahre hat sich das Haus im Besitze der Familie Wutscher befunden! Angeblich soll Wutscher noch eine Truhe mit Dokumenten der Hafnerzunft aufbewahrt haben.

1928 folgten als Besitzer fünf Erben, unter ihnen die Wiener Familie Schohey. Aus dem Hause wurde ein Miethaus, in dem unter anderen auch Direktor Fuchs wohnte. Im Erdgeschoß befand sich die Gemischtwarenhandlung des Herrn Boos, der einst Angestellter des Eibiswalder Stahlwerkes gewesen war. 1949 folgten die Kaufleute Franz Schilcher d.Ä. und seine Gattin Maria, die aus Nestelberg bei Groß Klein zugezogen waren.

 

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