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© Heimo Strasser

 

 

Haus Nr.18 (alt 21)   ”Grundner”, ”Kleinberger”

Dem Betrachter der Häuser Nr.17 und 18 fällt auf, daß die Fassaden relativ einfach gestaltet sind. Dies dürfte mit dem großen Brand vom Dezember 1854 zu tun haben. Aus der Überlieferung wissen wir, daß einige Familien es sich nicht mehr leisten konnten, ihre Häuser so auszugestalten, wie sie vorher ausgesehen hatten.

Dieses Haus besitzt eine interessante Vergangenheit. Als erster uns bekannter Besitzer wird Georg Murer genannt, der Pfleger und Verwalter auf Schloß Burgstall war. Murer verkaufte sein Haus im September 1692 an Matthes Traunsteiner und das Haus führte daher lange Zeit die Bezeichnung ”Traunsteinerische Behausung”. Matthes oder Matthias Traunsteiner war Handelsmann, sein Bruder Martin zur gleichen Zeit ”Eisenverweser”, das heißt Verwalter des Hammerwerkes. Die Traunsteiner gehörten ohne Zweifel der bürgerlichen Oberschicht dieser Zeit an. 1708 übergab Matthias seinem Sohne Johann Andreas Traunsteiner, der 1713 auch Marktrichter war. Sein Sohn Ernest Traunsteiner schlug die geistliche Laufbahn ein und wurde schließlich Pfarrer in Altenmarkt, wo er wesentlich zur Verehrung des ”Gegeißelten Heilandes” beitrug.

Die Schwester von Johann Andreas hieß Maria Anna Catharina und heiratete 1731 den Färbermeister Joseph Werner, der ein eigenes Haus besaß. So kam es, daß die ”Traunsteinerische Behausung” 1744 an Ferdinand Mayer um 500 fl verkauft wurde. Nun kam es zu einem mehrfachen raschen Besitzwechsel. Auch gab es immer wieder Mieter oder Inwohner. 1772 wird Franz Hörger (auch Hirger), ein Bildhauer und Hafner, als Besitzer genannt, 1775 Anton und Catharina Rainpacher, die die Hafnerei betrieben, und 1797 Michael Kleindienst, der die Witwe Rainpachers geheiratet hatte. Michael Kleindienst war wie sein Sohn Franz, der 1822 übernahm, Schneidermeister. Durch Heirat gelangte Michael Schöninger in den Besitz des Hauses.  1890 kaufte der Werksbeamte Wenzel Bittner und seine Frau Anna das Haus. Ihre Tochter Maria, ”Post- und Telegraphenexpeditorin”, wie es im Amtsdeutsch so schön hieß, starb 1899 im Alter von 25 Jahren. 1895 wurde Aloisia Bittner Besitzerin, 1905 verkaufte sie an Max und Juliane Grundner, die eine Greißlerei betrieben und den ersten Stock vermieteten. So wohnten unter anderem zwei verdiente Lehrerinnen hier: Frau Marie Hödl, Tochter des Verwalters der Eibiswalder Kohlengewerkschaft, und Frau Steffi Wießler.

Grundner war der Inbegriff eines biederen Krämers und dank seines Ansehens durch viele Jahre Obmann des Liechtensteinschen Kameradschaftsvereines Eibiswald.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Familie Dr.Kleinberger nach Eibiswald. Dr.Hans Kleinberger war zuvor Werksarzt bei Waagner-Biro gewesen. 1952 kaufte die Gattin Erna Kleinberger das Haus und 1957 folgte Annemarie Bor als Besitzerin nach.

 

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