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Aichberg 47  „Laurerhaus“

Bis zur Schließung des Stahlwerkes befand sich hier ein Kanzleigebäude mit dem Personalbüro für die Arbeiterschaft. Hier wurden am Samstagnachmittag die Löhne an die Arbeiter ausgezahlt, hier wurden die Wertmarken ("Mehlmarkten", "Fleischmarken") ausgegeben bzw. eingelöst. Ab 1919 war dieses Haus für einige Eibiswalder von großer Wichtigkeit, weil in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg bis 1938 ein Betsaal für die evangelische Glaubensgemeinde des ganzen Gerichtsbezirkes Eibiswald daran angeschlossen war. Auch sollen darin einmal altkatholische Messen darin gefeiert worden sein.

Fritz Laurer war Finanzbeamter, der Steuerexekutionsoffizial des Finanzamtes in Eibiswald, im Volksmund "Steuereintreiber" genannt. Er starb am 30. Dezember 1937, indem er zu nächtlicher Stunde nach einem Gasthausbesuch in den vereisten Fluder der Holzer-Mühle fiel und erfror. Am nächsten Tag sangen die Neujahrsgeiger schon: "Jetzt brauch`ma nix mehr Steuer zohln, da Laurer is ins Wossa gfolln."

Ein Schwiegersohn des Herrn Laurer ist den Eibiswalder Gastwirten in schmerzlicher Erinnerung: Herr Richard von Pasquali hatte Ende der 30er Jahre, in den Jahren 1937 und 1938, als Cornett in der Frontmiliz gedient und war im heutigen Altbau der Hauptschule einquartiert. In den 50er Jahren setzte ihn die Landesregierung als Getränkesteuerprüfer in Eibiswald ein. Was bis dahin als "offenes Geheimnis" galt, wurde nun offiziell: Die Eibiswalder Gastwirte waren sehr säumig bei der Ablieferung der Getränkesteuer. Fast jeder Wirt mußte danach als Bußgeld zwischen 300,- und 400,- Schilling an Steuerschulden nachzahlen. Mit diesem Geld wurde übrigens die "Pasqualimauer", die Steinmauer als Absicherung der Böschung im oberen Markt, errichtet.

 

 

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